Antarktis 2018 – Naturs Playground

Ich kann euch ja viel erzählen, wie toll es hier ist was wir alles sehen und erleben.
Natürlich freu ich mich, dass meine treuen Leser mir das auch alles glauben.
Heute möchte ich einige Fotos sprechen lassen, die ja bekanntlich mehr sagen als tausend Worte.
Bitte stellt euch vor, dass diese Fotos immer einen winzigen Ausschnitt dessen zeigen, was gerade um uns rum ist bzw passiert!
Hier also einige Impressionen aus den letzten beiden Tagen – ich hoffe ihr habt ein wenig Freude daran.

Antarktis 2018 – Cool Nights

Nachdem wir unsere Zelte auf einer kleinen, vorgelagerten Insel aufgeschlagen haben, genießen wir die Stille der Antarktis.
Jede halbe Stunde sieht die Landschaft anders aus und jedes Mal traumhaft schön, das Abendlicht gibt Gletscherflanken einen Hauch von Wärme, kurze Zeit später, wenn die Sonne weg ist, zieht ein eisiger Zauber ein – kalt, abweisend, unbarmherzig und gefährlich, dennoch bleibt diese Faszination.
In unserem Zelt mit warmen Schlafsäcken erleben wir die nie richtig dunkel werdende Nacht ganz gemütlich, bis uns der Gruppenweckruf um 5:30 Uhr aus unseren Träumen reißt.
Die Zelte sind schnell abgebaut, zurück mit den Zodiacs zum Schiff, wo uns frischer Kaffee erwartet.
Leider können wir den nicht wirklich genießen, da die Lautsprecheranlage sehr nahe am Schiff mehrere Orcas meldet. Damit verwandelt sich das komplette Schiff in einen Ameisenhaufen, und auf den Decks klicken jetzt die Kameraverschlüsse schneller als eine Gruppe Wale auf der Flucht.
Aufgrund der guten Wetterbedingungen lässt uns Mutter Natur und unser Kapitän die besondere Ehre zuteil werden, wir befahren einen Seitenarm des Lemaire Channels den im letzten Jahr kein einziges (!) Schiff passiert hat. Wir erleben eine grandiose schluchtähnliche Landschaft die von bis zu 700 Meter hohen Bergen gesäumt wird. Die Durchfahrt ist bei schlechten Bedingungen für kleinere Schiffe dann aufgrund des Eises nicht möglich und für größere wird der Wind schnell zur Gefahr, da die Durchfahrtsbreite sehr gering ist. Wir erleben wieder eine grandiose Landschaft, ankern und starten noch einmal mit den Zodiacs, sehen eine kleine Pinguinkolonie und haben Aussicht auf eine weitere Bucht mit ihren bizarren zum Teil riesigen Eisskulpturen.
Mutter Natur ist die klar ungekrönte Designerkönigin, soviel steht fest!
Eine Zodiacrundfahrt führt uns durch diesen herrliche, schwimmenden Skulpturengarten, in dem einige Robben und Seeleoparden auf kleinen Eisstücken chillen und auch wenig Notiz nehmen von den schaulustigen Krawallbrüdern.
So, wie die Kameraakkus leer werden, füllen sich Speicherkarten und nicht zuletzt unsere Herzen, was noch immer wichtiger ist als das beste Bild!

Antarktis 2018 – Walheims Waltag

Wir starten nach unserem Frühstück mit den Zodiacs zu einem Ausflug nach Cuverville Island.
Mit den obligatorischen Gummistiefeln, die man wegen der Anlandungen unbedingt benötigt, um trockene Füße zu behalten, erklimmen wir einen ca. 250 Meter hohen Berg. Das gestaltet sich an steilen Schneestellen als nicht ganz einfach. Aber das irrsinnige Panorama, das sich uns von dort bei bestem Wetter bietet, entschädigt für alles!
Zurück an Bord sehen wir in der Bucht mehrere Buckelwale, zum Teil sehr nah an unserem Schiff. Wer je von oben einem Wal in den „Blas“ sehen konnte und die riesige Schwanzflosse beim Abtauchen direkt vor sich sah, wird diese Bilder nie wieder vergessen.
Aufgrund des stabilen, guten Wetters beschließt unser Kapitän den Errera Channel zu fahren, und mir wird klar, warum man es in der Antarktis oft kalt empfindet: Man hat ständig den Mund offen stehen 
Den gesamten Weg bis zu Paradise Harbour bleibe ich an Deck – man kann sich von diesem grandiosen Schauspiel, das einem die Natur bietet, einfach nicht losreißen. Warum Paradise Harbour so heißt, wird einem sofort klar, wenn man dort ist: Ein Paradies aus Eis mit einem Farbspiel von weiß bis strahlend blau, fantastischen Spiegelungen der Bergszenerie im glasklaren Wasser, mit sich tummelnden Pinguinen, Vögeln und Robben.
Riesige Eiswände und –blöcke, die sich bedrohlich aus dem Meer aufbauen und denen immer Beachtung geschenkt werden muss, da sie schnell zu einer sehr realen Bedrohung werden können.
Hier zeigt die Natur, wozu sie im Stande ist, wenn man sie unberührt lässt.
So – jetzt müssen wir los, die erste Übernachtung im Zelt an Land steht an….

Antarktis 2018 – Eisige Träume

Nachdem wir gestern Abend den 60. Breitengrad überfahren haben und eine weitere Nacht auf unserem schwimmenden Hotel verbracht haben, sehen wir am Morgen die ersten Eisberge – wir sind nach 6 Tagen Anreise im Reich unserer Träume.
Die Eisberge werden schnell größer, manche sehen aus wie schwimmende Lagerhallen, Abbrüche von Inlandeis, völlig flach, senkrechte Eiswände, hoch wie Mehrfamilienwohnhäuser. Wir sehen das alles bei bestem Wetter, fotografieren unentwegt, das Schiff zieht unaufhaltsam seine Bahn. Das Mittagessen ist zubereitet, wir fühlen uns wie kleine Kinder die von Mutti vom Spielplatz zum Essen gerufen werden. Jetzt essen gehen? Die nächste, grandiose Szenerie versäumen? Irgendwann siegt die Vernunft und wir kommen kurz bevor abgeräumt wird.
Am Nachmittag geht es mit Zodiacs zur Kinnes Cove, die von tausenden von Pinguinen besiedelt ist, die gerade frisch geschlüpfte Kücken aufziehen. Wir halten den empfohlenen Abstand von 5 Metern zu den Tieren ein, aber die nicht zu uns und so kommen immer wieder Exemplare mit ihren lustigen Watschelgang ganz nah.
So deplatziert wie sie auf Land wirken so elegant und pfeilschnell sind sie im Wasser, ein ungeheueres Naturschauspiel.
Wir ziehen weiter zwischen Eisbergen hindurch, die im Abendlicht wie wunderschöne Skulpturen dahin treiben und schon wieder spült der Ruf zum hervorragenden Abendessen Kindheitserinnerungen hoch – aber entgegen der damaligen Regeln müssen wir nach dem Essen nicht zu Bett……..

Antarktis 2018 – Drake Passage

Wir haben ein irrsinniges Glück! Die berüchtigte Drake-Passage, benannt nach dem britischen Seefahrer Sir Francis Drake, zeigt sich uns von ihrer sanftesten Seite. Wir haben eher den Eindruck auf dem Mittelmeer unterwegs zu sein, denn auf dem berüchtigtsten Gewässer des Planeten.
So genießen wir die Überfahrt, können viel an Deck sein und dürfen sogar der Kapitänsbrücke einen Besuch abstatten und die komplexe Steuerungs- und Navigationstechnik des Schiffes bestaunen.
Wir lauschen verschiedenen Vorträgen und genießen die hervorragende Küche an Bord, so lässt sich`s aushalten……

Antarktis 2018 – Ein Schiff wird kommen…

Nach weiteren 3,5 Stunden Flugzeit sind wir am „Fin del Mundo“ (Ende der Welt), so prangt der Schriftzug in Ushuaia überall, angekommen.
Die ehemalige Sträflingsstadt, die heute ca. 80.000 Einwohner zählt, hat sich deutlich auf den boomenden Tourismus eingestellt und lockt mit allerlei Geschäften und Tourenangeboten die Besucher.
Wir gingen gestern Nachmittag mit ca. 100 weiteren Teilnehmern an Bord der „Expedition“ und sind über den Beagle-Kanal auf dem Weg zur berüchtigten Drake-Passage – die unter Seeleuten zu den gefürchtetsten Seestraßen der Erde gehört – Kap Horn lässt grüßen…..

Antarktis 2018 – 1. Etappe: Buenos Aires

Am Puerto Madero

01./02.01.2018

Zunächst mal euch allen ein frohes, neues Jahr.
Wir durften Silvester auf der Anreise gleich dreimal feiern – 1. Mal nach unserer Zeit, 2.Mal nach englischer Zeit – Flug ging über London, was ja minus 1 Std zu uns hat. Da es auch eine englische Fluggesellschaft war, gab`s an Bord auch den obligatorischen Silvesterchampus. Und dann das 3. Mal hätten wir nach argentinischer Zeit – also 4 Std. zurück, noch mal feiern können wenn wir`s nicht verpennt hätten.
Von London fliegt man ca. 13 Std. bis Buenos Aires. Diese schöne Stadt in der sommerliche Temperaturen herrschen erkunden wir zu Fuß und sehen hochmoderne Gebäude wunderschöne Ecken mit Straßencafes, prunkvolle alte Gebäude und auch an vielen Ecken das typische Elend das nahezu allen Großstädten zueigen ist. Eines unserer geplanten Ziele ist die Brücke Puente de la Mujar. Wie sich vor Ort herausstellen sollte, eine nicht ganz einfache Aufgabe, die in einem guten Foto festzuhalten – wir haben das Hafenbecken, welches sie überspannt einige Male hierfür umrundet. Natürlich wollten wir diese tolle Brücke und einige andere Motive auch noch in nächtlicher Beleuchtung aufnehmen und so wurde es wieder ein sehr langer Tag bis wir im Hotel zurück waren.
Heute führt uns ein Inlandsflug nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Erde. Dort werden wir noch einmal übernachten, bevor wir übermorgen auf der MS Expedition an Bord gehen, die dann für 9 Tage unser Zuhause sein wird.